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Regenerative Medizin Hautnah - Mit Tissue Engineering Verbrennungen besser behandeln

Patientenveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Regenerative Medizin (GRM) am 30. Juni 2010 in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Frankfurt – Regenerative Medizin Hautnah – so lautete das Motto der ersten Patientenveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Regenerative Medizin (GRM) am 30. Juni 2010 in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Viele Interessierte haben sich über Fortschritte der Medizin, neue Transplantationstechniken und die Züchtung von Kulturhaut informiert. Der Auftakt einer Serie von Aufklärungsabenden war ein voller Erfolg. Es folgen nun die Städte Hamburg im Oktober, Leipzig im November und Freiburg im kommenden Jahr.

Die Behandlung brandverletzter Patienten hat in den letzten Jahrzehnten in Deutschland durch die Einrichtung von Brandverletztenzentren einen hohen Standard erreicht. Zu den interessanten und zukunftsweisenden Möglichkeiten, Hautdefekte zu behandeln, gehören Tissue Engineering (Gewebezüchtung) und künstlicher Hautersatz. Das Ziel dieser Ansätze ist die Entwicklung eines Hautersatzes, dessen Anatomie und Funktion derjenigen der menschlichen Haut exakt nachgebildet ist.

Perspektiven für Brandverletzte

Für verschiedene Indikationen sind bereits Tissue-Engineering-Produkte erhältlich bzw. es wird versucht, die Regenerationsleistung der verbliebenen Hautanteile auszunutzen. „Unsere Untersuchungen konnten beispielsweise zeigen, dass die temporären Hautersatzmaterialien zur Wundabdeckung zu einem ausgeprägten Wachstum von Oberhautzellen führen. Auf diese Weise wird die Abheilungszeit verkürzt und letztlich entstehen auch weniger Narben“, erklärt Prof. Dr. med. Hans-Oliver Rennekampff, Bereichsleiter des Schwerbrandverletztenzentrums der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Wir haben auch für die Erneuerung der Oberhaut, der Epidermis, bereits innovative Behandlungswege gefunden. Mit eigenen Versuchen haben wir belegt, dass aus Zellen der Oberhaut, die zunächst in einer Lage kultiviert wurden, ein mehrschichtiger Zellverband zur Deckung der fehlenden Epidermis entstand.“

Stammzellen als Alternative

Alternativ wird untersucht, ob Stammzellen als Ausgangsmaterial benutzt werden können. Dies hätte den Vorteil, dass in kurzer Zeit große Mengen gleichartiger Zellen zur Verfügung stünden, die in die unterschiedlichsten Zelltypen ausdifferenziert werden könnten. Eine immunologische Abstoßungsreaktion könnte vermieden oder im Vergleich zur Transplantation von Fremdgewebe zumindest verringert werden.

Züchtung von Zellen mit Hilfe von Spinnenfäden

Die Plastische Chirurgie stellt einen elementaren Bestandteil der integrierten Versorgung von Brandverletzten dar. Der Bedarf an Materialien zur Wundversorgung, die zu einer verbesserten narbenfreien Wundheilung führen, ist groß. Einen entscheidenden Fortschritt könnte der Haltefaden der Spinne Nephila Clavipes bedeuten. Seine Eigenschaften sind u. a. Dehn- und Reißfestigkeit sowie Hitzestabilität. Er ist ein ideales Biomaterial. „Wir konnten diesen Faden zu einer 3-dimensionalen Struktur verweben, um auf dieser Matrix verschiedene Hautzelllinien zu züchten und so eine charakteristische Struktur der Haut nachbilden“, erklärt Prof. Dr. med. Peter Vogt Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie an der medizinischen Hochschule Hannover.

Information von Hannover bis Freiburg

Erste erfolgreiche Station der bundesweiten Aktion war Hannover (30. Juni 2010, MHH). Auch für die drei weiteren Termine hat die GRM spannende Themen zur regenerativen Medizin geplant. Es folgen zunächst die Städte Hamburg im Oktober, Leipzig im November und Freiburg im kommenden Jahr.

Weitere Informationen zu den Informationsveranstaltungen und den Schwerpunktthemen sowie die Termine finden Sie auch im Internet unter www.gesellschaft-regenerative-medizin.de oder www.diestammzelle.de.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Sie freuen sich über einen Aufklärungsabend in Ihrer Stadt? Wir freuen uns auf Ihre Ideen und stehen Ihnen bei Fragen jederzeit gern zur Verfügung.

Deutsche Gesellschaft für Regenerative Medizin e.V.
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